Das Hallenbad Altstetten ist in die Jahre gekommen und muss ab 2021 saniert werden. Während der zweijährigen Bauzeit bleiben die Türen geschlossen.
«Wer schwimmt, weiss, dass überdachtes Wasser in Zürich knapp ist.» Dies sagte Stadtrat André Odermatt (SP) kürzlich im Hinblick auf die Pläne für das Areal der Kehrichtverwertungsanlage an der Josefstrasse im Kreis 5. Dort soll ab 2024 ein neues Hallenbad entstehen. Bis es so weit ist, wird das überdachte Wasser aber noch knapper, denn ab Ende 2021 oder Mitte 2022 schliesst das Hallenbad Altstetten für zwei Jahre seine Türen. Es zählte in den letzten Jahren jeweils gut 300 000 Eintritte.
Möglichst keine Entlassungen
Beim 1973 eröffneten Bad muss aufgrund seines Alters und seines Zustandes eine Gesamtinstandsetzung vorgenommen werden. Dies schreibt der Stadtrat in seiner Weisung an den Gemeinderat zur Bewilligung eines jährlichen Betriebsbeitrags für die Jahre 2019 bis 2023.
Das detaillierte Sanierungsprojekt wird die Immobilienabteilung der Stadt Zürich in den nächsten Monaten ausarbeiten. Bis anhin ist gemäss «Immo»-Sprecher Silvan von Wartburg klar, dass die Instandsetzung die Gebäudehülle, die Gebäudetechnik und die Oberflächen im Gebäu-deinnern betreffen. Von den Sanierungsarbeiten ausgenommen seien die Aussenanlagen. Trotzdem: Das Bad müsse während der gesamten Bauzeit geschlossen werden, sagt von Wartburg. Eine Instandsetzung unter laufendem Betrieb sei leider nicht möglich. Cony Zimmerli, Geschäftsführerin bei der Betriebsgenossenschaft Hallenbad Altstetten, die seit 1997 für den Betrieb des Bades zuständig ist, betont ebenfalls, dass sich das Sanierungsprojekt erst im Anfangsstadium befinde. Die Genossenschaftsverwaltung habe kürzlich einen Kick-off-Anlass mit dem Sportamt durchgeführt.
Wie Geschäftsführerin Zimmerli sagt, würden wegen der zweijährigen temporären Schliessung möglichst keine Mitarbeiter entlassen. «Wir haben mit der Stadt ein Abkommen, dass sie bestmöglich Hand bietet», erklärt sie. Nach den Kosten für die Sanierung gefragt, will Silvan von Wartburg von der Immobilienabteilung noch keine Zahlen nennen. Die genauen Kosten würden im Rahmen der Projektausarbeitung erörtert.
Finanziert wird die Sanierung vollumfänglich von der Stadt Zürich, die Eigentümerin des Hallenbades ist. Ein Investitionsbeitrag über 1,25 Millionen Franken für Instandsetzungsarbeiten während der Jahre 2019 bis 2023 wurde bereits bewilligt.
Steigende Besucherzahlen
Die Gründung der Betriebsgenossenschaft hat das Bad Ende der 90er- Jahre von einer Schliessung bewahrt. Heute ist es aus dem Quartier nicht mehr wegzudenken und konnte in den letzten Jahren seine Besucherzahlen deutlich erhöhen. Im Jahr 1998 ist der Betrieb zudem mit einer Saunalandschaft erweitert worden, 2007 zudem mit einem Wellnessbad und einer Röhrenrutsche.
Die gute Verankerung der Betriebsgenossenschaft und des Bades lobt auch der Stadtrat in der Weisung für den jährlichen Betriebsbeitrag über 400 000 Franken, die er im letzten Oktober dem Gemeinderat überreicht hatte. Der finanzielle Erfolg wie auch die Entwicklung der Besucherzahlen in den letzten 20 Jahren seien ein Zeugnis für die gute Führung. (Annina Just / Foto: ho.)