Hallenbad Altstetten kehrt aus Zwangspause zurück

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Am Wochenende hat das Hallenbad Altstetten erstmals seit Mitte März wieder Gäste empfangen. Ein Schutzkonzept liegt vor – inklusive Personenbeschränkung und frisch gestrichenen Abstandsmarkierungen.

Seit Samstag ist das Hallenbad in Altstetten nach dem Corona-Lockdown wieder für die breite Öffentlichkeit zugänglich. «In den letzten Wochen mussten wir Schutzkonzepte für das Bad, die Sporthalle und das Restaurant erarbeiten», sagt Geschäftsführerin Cony Zimmerli. So hat sie beispielsweise einen Maler damit beauftragt, die Sitz- und Liegeflächen um die verschiedenen Becken herum mit blauen Abstandslinien zu streichen. «Wir hielten das für die beste Lösung – es ist relativ diskret, aber gut ersichtlich», erklärt Zimmerli. Auch bei der Kasse müssen die Besucher den mittlerweile gewohnten Zwei-Meter-Abstand einhalten. Markiert ist er dort – wie auch beim Sprungturm und bei der Rutschbahn – mit Klebeband. Das Kassenpersonal ist durch eine Plexiglasscheibe geschützt.

Bei den Toiletten und den Duschen sind meist schon Trennwände angebracht. Wo das nicht der Fall ist, ist jede zweite Anlage ausser Betrieb. Im Wellnessbereich werden künftig die Bademeister für angemessene Platzverhältnisse sorgen. «Wir können dort nicht nur jede zweite Düse anstellen, sonst funktioniert nichts mehr», erklärt Zimmerli. Eine zeitliche Beschränkung für den Aufenthalt in den Becken gebe es momentan nicht: «Wenn der Ansturm aber zu gross wird, würden wir das in Betracht ziehen.» Auch das Restaurant habe ein branchenübliches Schutzkonzept erarbeitet.
Laut Vorgaben des Bundes dürfte das Hallenbad pro zehn Quadratmeter Fläche jeweils eine Person zulassen. Bei rund 3000 Quadratmetern wären das 300 Badegäste. «Es wäre toll, wenn wir so viele Gäste empfangen könnten – aber dann wäre das Bad voll», sagt Zimmerli. Auch im Normalbetrieb komme es nur in den Wintermonaten vor, dass mehr als 300 Gäste gleichzeitig ins Bad wollen.

Keine Existenzängste, keine Entlassungen

Finanziell hatte der Lockdown ebenfalls Auswirkungen auf das genossenschaftlich betriebene Schwimmbad. «Die komplette Betriebsschliessung hat ein grosses Loch in unsere Kasse gerissen», sagt Zimmerli. Existenzängste gebe es aber nicht – und auch Mitarbeiter mussten keine entlassen werden. Als Sparmassnahme habe man während des Lockdown möglichst viele Revisions- und Reinigungsarbeiten von den eigenen Mitarbeitern ausführen lassen und nur so wenig wie nötig an externe Firmen vergeben.

Zu den anstehenden Arbeiten gehörte zum Beispiel die Überprüfung aller technischen Anlagen. Normalerweise muss diese während einer zweiwöchigen Betriebspause im Sommer erfolgen – jetzt hatten die Mitarbeitenden zwei Monate Zeit dafür. «Wir hoffen, dass wir jetzt ein ganzes Jahr lang ohne technische Schwierigkeiten durchkommen», sagt Jörg Pankratz, der technische Leiter des Schwimmbads. Nebst den Revisionsarbeiten hat Pankratz während der Pause auch alle Solarien abgebaut, die nicht mehr EU-konform sind – und sie durch einen zusätzlichen Fönplatz ersetzt. Ausserdem hat das Schwimmbad sämtliche Lüftungsrohre im Garderoben- und Saunabereich streichen lassen und die Wasseraufbereitung im Wellnessbad mit einem Aktivkohlefilter ergänzt. «Das macht es hygienischer», erklärt Pankratz.

Bauliche Tätigkeiten für die in den nächsten Jahren geplante Sanierung des Hallenbads wurden während des Lockdown noch keine durchgeführt. Die Öffnungszeiten und Eintrittspreise bleiben für die Badegäste gleich wie gewohnt. Einzig die Sauna und das Badi-Restaurant schliessen aufgrund der strengen Vorgaben am Abend jeweils eine Stunde früher als bisher. Im Sommer bleibt das Hallenbad Altstetten durchgehend geöffnet, da die Revisionsarbeiten für dieses Jahr bereits durchgeführt wurden. (Leon Zimmermann, Text und Foto)